THE DEAD DAISIES – Interview zum „Radiance“ – Album (2022)

Dieses ist ein Zoom-Interview mit Glenn Hughes (Vocals, Bass) und Doug Aldrich (Gitarrist) von The Dead Daisies. Anlass war die Veröffentlichung des neuen „Radiance“ – Albums, es ist dabei auch auf Themen eingegangen worden, die den individuellen Werdegang der beiden Musiker betreffen.

Das Interview ist auch im aktuellen Hardline-Magazin zu finden. Die Rezension des Albums findet Ihr im Beitrag zuvor.

THE DEAD DAISIES – „Radiance“ (VÖ: 30.09.2022)

The Dead Daisies Radiance

„Radiance“ ist das sechste reguläre Studioalbum von The Dead Daisies und das zweite mit „The Voice Of Rock“ Glenn Hughes (Vocals, Bass). Drummer Brian Tichy ist zur Band zurückgekehrt, Gitarrist Doug Aldrich ist seit 2016 festes Mitglied, Bandgründer David Lowy (Gitarre) hält das Line-up dabei zusammen.

Die diversen Besetzungswechsel der letzten Jahre haben der musikalischen Qualität des Outputs keinen Abbruch getan, „Radiance“ strotzt voller tollen Songs, die mit positiver Energie und Dynamik geladen sind. Man merkt einerseits, dass hier sehr erfahrene Musiker am Werk sind, die dabei andererseits nicht in Routine verfallen sind, sondern immer noch Spaß haben Musik zu machen. Produzent Ben Grosse hat bereits beim Vorgänger-Album „Holy Ground“ Regie geführt und auch bei „Radiance“ seinen Teil dazu beigetragen, dass das Werk aus einem Guss klingt.

Als Anspieltipp ist zunächst der Opener „Face Your Fear“ zu nennen, denn er ist sehr dramatisch und erinnert von seiner Riffstruktur an Glenn Hughes‘ Zeiten bei Deep Purple. Der Titeltrack „Radiance“ ist sehr heavy und hat einen tollen Groove, „Not Human“ ist ein straighter und eingängiger Song, mit dem ruhigen „Roll On“ schließt das tolle Werk. Das Album ist eine aufregende Achterbahnfahrt und man kann nur hoffen, dass das Line-up bestehen bleibt und weitere derart grandiose Alben hervorbringt.

Dieses ist eine Review für die September 2022 – Ausgabe des Hardline-Magazins.

SIX BY SIX – „Six By Six“ (VÖ: 19.08.2022)

Six By Six ist ein neues Band-Projekt, das sich aus Ian Crichton (Gitarrist von Saga), Nigel Glockler (Drummer von Saxon) und Robert Berry (Ex-Sänger/Bassist/Keyboarder von Three: Emerson, Berry, Palmer) zusammensetzt.

Es liegt nun ihr selbstbetiteltes Debut-Album vor und es bewegt sich stilistisch zwischen AOR und Progressive Rock. Man merkt dem Album an, dass hier sehr erfahrene Musiker am Werk sind, denn alle Instrumentierungen sind sehr anspruchsvoll und dabei gut aufeinander abgestimmt, auf überflüssige Solo-Eskapaden wurde verzichtet. Die Songs sind alle kompakt, melodisch und eingängig, es sind keine Ausfälle zu verzeichnen, es wäre allerdings wünschenswert gewesen, wenn die Stücke deutlicher voneinander zu unterscheiden gewesen wären.

„Yearning To Fly“ ist ein furioser und markanter Opener und der folgende Song „China“ steht dem in nichts nach, auch „Reasons To Feel Calm Again“ ist abwechslungsreich und einprägsam, aber danach folgen ausschließlich seichte Songs, die zwar gut ausgearbeitet sind, aber dabei keinen großen Wiedererkennungswert haben. Es wäre besser gewesen, wenn die drei Musiker ein wenig mutiger gewesen wären und mehr Experimentierfreude gezeigt hätten. Sie haben zu sehr auf Sicherheit gespielt und sind daher unter ihren Möglichkeiten geblieben, dennoch ist „Six By Six“ ein gutes, aber halt kein sehr gutes Album geworden.

Dieses ist eine Review für die September 2022 – Ausgabe des Hardline-Magazins.

DICE – Interview zum „The Space In Free Isolation“ – Album (2022)

Hier ist das jährliche Interview mit Christian Nóvé (Keyboarder, Bassist, Sänger) der Leipziger Progressive Rock Band Dice aufgeführt. Dieses Mal wurde es nicht per Telefon on Air, sondern per Zoom-Konferenz geführt. Anlass des Interview war die Veröffentlichung des „The Space In Free Isolation“ – Albums. Die Review des Albums ist im vorherigen Eintrag zu finden.

DICE – „The Space In Free Isolation“ (VÖ: 15.07.2022)

Dice Cover, „The Space In Free Isolation“

Dice wurden 1974 von Christian Nóvé (Keyboards, Bass, Vocals) gegründet, ihr erstes Album ist 1979 erschienen und seit Anfang der 1990er Jahre sind sie in Leipzig beheimatet. Dice bringen seit 1997 jedes Jahr ein Album heraus, wobei Christian Nóvé die Musik komponiert, die Texte werden von Dennis Lee Small verfasst. Die Band hat einen sehr individuellen Stil, es ist Progressive Rock mit sehr spacigen Sounds und kosmischen Atmosphären, am ehesten sind Dice mit Pink Floyd oder Hawkwind vergleichbar.

„The Space In Free Isolation“ ist bereits das 28. Album, die ersten 5 Songs auf diesem Werk sind Epics in einer Länge von ca. 10 Minuten. Die Keyboards sind sehr anspruchsvoll, facettenreich und vielschichtig umgesetzt worden. Peter Viertels Gitarrensoli sind sehr melodiös und präzise, sie bilden den markanten Gegenpart zum Keyboard-Sound. Die Stücke sind zumeist im getragenen Tempo arrangiert worden, sie verfügen aber auch über einige rockige Parts.

Das dramatische „For Another Tomorrow“ bietet einen guten Einstieg in das Album, „After The Fire“ und „The Isolation Blues“ sind in einem verhältnismäßig zügigen Tempo gehalten, „Lost In A Million Souls“ hat einen treibenden Rhythmus, „Edge Of Time“ ist rockig-prägnant und das ruhige 6-minütige Instrumental „Isolation Nightmare“ lässt das tolle Album sehr gefühlvoll ausklingen.

PHILOSOPHOBIA – „Philosophobia“ (VÖ: 24.06.2022)

Philosophobia ist eine neue Progressive Metal Band, die sich aus ehemaligen Mitgliedern von Pain Of Salvation, Kamelot, Wastefall und Perzonal War zusammensetzt, sie haben nun ihr selbstbetiteltes Debut-Album veröffentlicht. Im musikalischen Spektrum der vorgenannten Bands bewegt sich auch die Musik von Philosophobia, es ist komplexer und melodiöser Progressive Metal mit einer leichten Tendenz zum Bombast.

Die 8 zumeist längeren Songs zeichnen sich durch Tempo- und Stimmungswechsel mit treibenden Heavy-Parts sowie sanften Tönen aus. Harte Gitarrenriffs und anspruchsvolle Keyboard-Parts wechseln sich ab, der facettenreiche und kraftvolle Gesang verstärkt die verschiedenen Stimmungen der Musik. Produzent und Toningenieur Phil Hillen hat die vielen Elemente gut zu einem ausgewogenen und angenehmen Hörerlebnis zusammengefügt.

Der tolle Opener „Thorn In Your Pride“ zeigt bereits in welche Richtung das Album geht, „I Am“ ist ein dynamischer Song bei dem Damian Wilson (Arena, Ex-Threshold) als Gast-Sänger mit von der Partie ist, „Between The Pines“ ist ein ruhiger und sehr gefühlvoller Song, „Thirteen Years Of Silence“ ist ein packendes Instrumental, bei „Voices Unheard“ sind sogar einige Growls zu hören, die anderen Songs sind auch alle auf hohem Niveau. Man kann der Band mit diesem tollen Album nur Erfolg wünschen und hoffen, dass es nicht bei dieser einen Veröffentlichung bleibt.