DICE – „Our Future Is A Storm“ – Review und Interview

Veröffentlichung: 17.07.2026 / Label: Scene Records / Genre: Progressive Rock

Dice - Cover 2026

Die Progressive-Rock-Band Dice blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Sie wurde 1974 von Christian Nóvé in Gütersloh gegründet, ab 1977 war die Band in Frankfurt am Main beheimatet. Anfang der 1990er Jahre erfolgte schließlich die Neugründung in Leipzig mit Musikern aus der Region. Bemerkenswert ist die enorme Produktivität der Gruppe, denn seit 1997 veröffentlichen Dice jedes Jahr ein neues Album. Die Band hat dabei einen unverwechselbaren Stil entwickelt, den sie selbst als „Cosmic Prog“ bezeichnet. Musikalisch lassen sich Einflüsse von Eloy, Jane, Hawkwind, The Flower Kings und stellenweise sogar von Pink Floyd heraushören, ohne dass Dice dabei ihre eigene Identität verlieren.

Christian Nóvé ist nach wie vor das kreative Zentrum der Band. Neben seinem Gesang übernimmt er die Keyboards und den Bass. Für „Our Future Is A Storm“ wurden gleich drei Leipziger Gitarristen verpflichtet — Yannick Franke, Daniel Schlipf und Sebastian Hahn sind jeweils auf zwei Titeln zu hören. Komplettiert wird das Line-up von Tom Tomsen am Schlagzeug und Ramona Nóvé als Background-Sängerin. Die sechs Kompositionen bewegen sich alle um die Zehn-Minuten-Marke, auf ein Instrumental wurde dieses Mal verzichtet. Die Texte stammen erneut von Dennis Lee Small und Christian Nóvé. Inhaltlich entfernt sich die Band von den sonst häufig aufgegriffenen kosmischen Themen und knüpft stattdessen an die politische Ausrichtung des Vorgängers „Awen Energy From Outer Space“ an. Angesichts der aktuellen Krisen und Konflikte beschäftigt sich das Album mit einer Welt im Umbruch und den stürmischen Entwicklungen unserer Zeit.

Musikalisch bleiben Dice ihrem charakteristischen Klangbild treu. Christian Nóvés weitläufige Keyboardflächen schaffen jene schwebende Atmosphäre, die seit Jahrzehnten zu den Markenzeichen der Band gehört. Die drei Gitarristen fügen sich dabei hervorragend in den Gesamtklang ein und setzen jeweils eigene Akzente. Besonders das Zusammenspiel von Gitarren und Keyboards sorgt für die vertraute Mischung aus Melancholie, Weite und melodischer Eingängigkeit.

Bereits der Opener „Storm Clouds“ bündelt alle Stärken der Formation — atmosphärische Klanglandschaften, eingängige Melodien und eine leicht melancholische Grundstimmung. „Empty Sky“ überzeugt mit dichten sphärischen Passagen und großer klanglicher Tiefe. Das abschließende „White Flag“ präsentiert sich dagegen deutlich rockiger, entwickelt eine dramatische Spannung und mündet schließlich in ein beeindruckendes Finale mit virtuosem Gitarrenspiel.

Mit „Our Future Is A Storm“ gelingt Dice ein weiteres überzeugendes Kapitel ihrer beeindruckenden Diskografie. Das Album verbindet die vertrauten Stärken der Band mit frischen Impulsen und zeigt einmal mehr, warum Christian Nóvé und seine Mitstreiter seit Jahrzehnten eine feste Größe im deutschen Progressive Rock sind.


Unten findet Ihr das aktuelle Interview, das ich anlässlich der Veröffentlichung von „Our Future Is A Storm“ mit Christian Nóvé geführt habe. Die Interviews finden seit 2005 jährlich statt.

CROWN LANDS – „Apocalypse“

Veröffentlichung: 15.05.2026 / Label: Insideout Music / Genre: Progressive Rock

Crown Lands ist ein 2015 gegründetes kanadisches Duo, das aus dem Sänger/Drummer Cody Bowles und dem Gitarristen/Bassisten/Keyboarder Kevin Comeau besteht. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Progressive Rock und klassischem Hardrock, Markenzeichen ist die hohe Stimme von Cody Bowles. Dabei sind immer wieder Anklänge an Rush, Coheed And Cambria, Led Zeppelin und Wolfmother herauszuhören.

Nach dem bombastischen Intro folgen drei kompakte Songs mit markanten Riffs und abwechslungsreichen Rhythmen. Der Opener „Foot Soldiers Of The Syndicate“ wird von einer gesunden Aggressivität getragen, während „Through The Looking Glass“ einen theatralischen Einschlag besitzt. „Blackstar“ präsentiert sich eingängig und energiegeladen, „The Fall“ wirkt angenehm unaufgeregt und „The Revenants“ setzt auf akustische Klangfarben. Das Album mündet schließlich im 19-minütigen Titelstück „Apocalypse“, einem packenden Opus mit ruhigen Passagen und explosiven Ausbrüchen.

Zwar orientieren sich Crown Lands deutlich an ihren Vorbildern, doch ihre Spielfreude verhindert, dass das Album dabei nostalgisch klingt.

Diese Review wurde für die am 26. Juni 2026 erschienene Ausgabe (Nr. 70) des Hardline-Magazins verfasst.

Hier findet Ihr das Video zum Song „Blackstar“ vom aktuellen Album:

Rock Bottom – 25 Jahre Jubiläumsvideo

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Rock Bottom gibt es in diesem Video Einblicke in die Jubiläumssendung vom 4. April 2026, es kommen auch Interviewpartner und Wegbegleiter mit Grußbotschaften zu Wort. Es gibt darüber hinaus viele Informationen mit Blicken hinter die Kulissen.

BLOSSOM CULT – „Home“

Veröffentlichung: 01.05.2026 / Label: My Redemption Records / Genre: Progressive Metal

Blossom Cult - Home Cover

Die Duisburger Progressive Metal-Band Blossom Cult hat nach zwei EPs nun mit „Home“ ihr Debüt-Album veröffentlicht. Es ist ein Konzeptalbum, bei dem es um den Zerfall der Menschheit geht, weil sie drohende Gefahren ignoriert, nach ihrem Untergang geht es dann um einen Neuanfang. Das Konzept ist in die drei Kapitel „Red Pill“, „Black Pill“ und „White Pill“ untergliedert, wobei zu jedem Kapitel jeweils vier Songs gehören. Zu Beginn jedes Kapitels vermittelt die Stimme des verstorbenen Publizisten Gunnar Kaiser eine gewisse Dramatik.

Das Album ist sehr vielseitig, denn es enthält heftige Elemente von Thrash Metal und Nu Metal, andere Parts sind wiederum sehr gefühlvoll und melancholisch, sie sind am ehesten dem Progressive Rock zuzuordnen. Musikalische Gäste geben dem sehr gelungenen Album weitere Facetten.

„Wake Up“ ist ein sehr heftiger Opener, der einen wachrüttelt, „Traitor“ könnte auch von einem Pink Floyd-Album stammen, „End Of The Line“ ist ein sentimentaler Song. Mit dem kurzen Titelsong „Home“ endet die Reise durch das vermeintliche Schicksal der Menschheit.

Diese Review wurde für die am 26. Juni 2026 erscheinende Ausgabe (Nr. 70) des Hardline-Magazins verfasst.

Hier findet Ihr das Video zum Song „Paint The Sky“ vom aktuellen Album:

GODSTICKS – „VOiD“

Veröffentlichung: 27.03.2026 / Label: Kscope / Genre: Progressive Metal

Godsticks - Void - Cover

Die Progressive Metal-Band Godsticks wurde 2006 in Newport (Wales) gegründet, 2009 wurde eine Debüt-EP veröffentlicht, mit „VOiD“ liegt nun ihr bereits siebtes Album vor. Nach eigener Beschreibung handelt es sich hierbei um das düsterste, härteste und kompromissloseste Godsticks-Album bisher, sowohl textlich als auch musikalisch. Inhaltlich geht es auf dem neuen Werk um die Desillusionierung in einer polarisierten Welt, Frustration über sinnentleerte Debatten sowie um den Rückzug in die innere Leere.

Musikalisch wird Progressive Metal mit modernen Alternative-Sounds kombiniert, es sind zehn kompakte Songs zu hören, komplexe Arrangements und eingängige Refrains ergänzen sich sehr gut. Heftige Gitarrenriffs bilden die Grundlage der meisten Stücke, Sänger Darran Charles interpretiert diese sehr emotional und intensiv.

„MIA“ ist ein packender und heavy Opener; „Master Of A Plan“ ist hingegen ein ruhiger und sehr emotionaler Song; „Talking Through Walls“ (Pt 2) verfügt über einen düster-bedrohlichen Charakter, mit „Hope Is Burning“ klingt das gelungene Album entspannt aus. „VOiD“ ist für den Fan des modernen Progressive Metal sehr zu empfehlen.

Diese Review wurde für die am 20. März 2026 erschienene Ausgabe (Nr. 69) des Hardline-Magazins verfasst.

Hier findet Ihr das Video zum Song „M.I.A.“ vom aktuellen Album:

ASSIGNMENT – „With The End Comes Silence“

Veröffentlichung: 20.03.2026 / Label: Massacre / Genre: Power Metal

Assignment - Cover

Assignment ist die Band um den Gitarristen und Mitbegründer Goran Panic, sie wurde 1994 in Gütersloh formiert und hat mit „With The End Comes Silence“ ihren mittlerweile sechsten Longplayer veröffentlicht. Das Line-up wird durch Diego Valdez (Vocals), Heiko Spaarmann (Bass) und Michael Kolar (Drums) komplettiert. Diese grandiosen Musiker werden durch einige Gäste auf dem neuen Album unterstützt, unter anderem sind Thomas Vikström (Sänger von Therion) und Marco Ahrens (Gitarrist von Poverty’s No Crime) mit von der Partie, Keyboarder Bratislav Metulski sorgt für die entsprechenden Farbtupfer.

Zu Beginn ihrer Karriere waren Assignment stark vom Thrash Metal beeinflusst, mittlerweile sind sie im eingängigen und melodiösen Power Metal angekommen, Progressive Metal-Arrangements dominieren bei einigen Stücken. Die Produktion ist druckvoll, der Mix von Simone Mularoni (DGM) lässt alle Instrumente klar herüberkommen. Thematisch geht es um globale Unruhen, gesellschaftlichen Verfall und existenzielle Spannungen.

„Fallen“ ist ein dramatischer Opener, „Beyond Recognition“ basiert auf einem schleppenden Rhythmus, „Selling My Soul“ verfügt über einen sentimentalen Gesang, mit dem theatralischen „The Curtain Falls“ endet die aufregende Reise durch die zehn Songs. Fans von Dream Theater, Symphony X oder Angra ist dieses gelungene Album zu empfehlen.

Diese Review wurde für die am 20. März 2026 erschienene Ausgabe (Nr. 69) des Hardline-Magazins verfasst.

Hier findet Ihr das Video zum Song „Angel Of Berlin“ vom aktuellen Album: